Auszug aus der Chronik des Legionäre e.V. 1987-2017

2009

Während der Saison 2009 kommen eine Handvoll Eltern, die bis dahin lediglich außerhalb des Spielfeldes die Aktionen ihrer Kinder beklatschen, auf die Idee, auch selbst ein paar Bälle zu schlagen. Schnell werden weitere Gleichgesinnte gefunden, so dass gelegentlich, wenn der Softballplatz gerade frei ist, in Mannschaftsstärke trainiert wird. Ein Titel für das Geschehen wird schnell gefunden, denn der Name ist Programm: Man spielt Funball – die Bezeichnung für den Freizeit- und Feierabendsport bei den Legionären. Was allerdings noch fehlt ist ein Teamname. Auf Grund des damaligen Altersdurchschnitts lautet der erste Vorschlag „Lazy Bones“, doch letztendlich fällt die Entscheidung auf „Crazy Bones“. Nach Erhalt einer Erstausstattung an Equipment mit der Unterstützung des Fördervereins wird, unter der Leitung von Headcoach Stefan Waldher, der wöchentliche Trainingsbetrieb aufgenommen.
 

Der korrekte Begriff für die Spielart ist Mixed Slowpitch Softball. Slowpitch zeichnet sich durch den Regelzusatz aus, der besagt, dass der Pitch auf seiner Flugbahn einen höchsten Punkt von mindestens 1,80 m (6 Fuß) durchfliegen muss. Das führt zu langsamen Pitches und damit zu einem extrem schlagbetonten Spiel. Mixed bedeutet, dass mindestens 2 Frauen im zehnköpfigen Team aufgestellt sind. Und Softball heißt, dass mit einem 12-inch Ball auf einem Softballfeld gespielt wird. Die Umpire und Scorer werden von den Teams gestellt. Um dabei die Ball/Strike-Entscheidung zu erleichtern, kommt ein Homeplate-Teppich zur Anwendung. Eine weitere Bezeichnung ist BBQ-Softball und beschreibt dabei eine nicht unwesentliche Komponente des Spiels, nämlich das gemeinsame Grillen und Fachsimpeln nach dem Spiel.
 

2010

In der folgenden Saison ist man bereit, sich mit Gegnern auf dem Spielfeld zu messen. Die Eltern einiger Toss Ball- und Live Pitch-Spieler der Fürth Pirates und der Legionäre kennen sich bereits durch ihre gemeinsame Freizeitbetätigung: Das Kutschieren ihrer Sprösslinge quer durch Bayern zu den Spielen. Das erste Aufeinandertreffen in Regensburg wird legendär, da ein Regenschauer den Softballplatz komplett unter Wasser setzt. Das Spiel abzusagen kommt nicht in Frage, zumal die Fürther einen Bus gechartert hatten, um Mannschaft plus Familien nach Regensburg zu bringen. Eine dreistündige Trockenlegungsaktion mit fünf Pumpen und jede Menge fleißiger Helfer machen den Platz spielbereit und sind Beleg für den Teamgeist und Zusammenhalt der Funballer. Die Freundschaft mit den Spielern der Fürther, die sich später als Cadolzburg Bucks in einer Fürther Nachbargemeinde neu firmierten, hält bis zum heutigen Zeitpunkt an.

Im gleichen Jahr leitet der damalige Headcoach der ersten Mannschaft der Buchbinder Legionäre, Martin Helmig, einen Volkshochschulkurs, um die Sportart einem breiteren Publikum näher zu bringen. Daraus resultiert ein weiteres Funballteam: die VHS-Gallier, die später auch nach Ende des Kurses als „Gallier“ weitermachen und bis heute als Mannschaft bei den Legionären existieren. Deren Sieg im ersten Spiel gegen die Crazy Bones zeigt schon, dass sie im Regensburger Slowpitch das sportliche Maß der Dinge sein würden.
 

2011

Im Jahr 2011 wachsen die Crazy Bones auf mehr als 40 Spieler an. So ist es wiederum Martin Helmig, der die Idee hat eine Regensburger Funball-Stadtliga ins Leben zu rufen. Seine Gallier und die in 3 Teams aufgeteilten Crazy Bones – die blaue, schwarze und rote Legion – werden die Gründungsteams. Jedes Team wird von zwei Coaches geleitet. Für die auch Major League Regensburg – kurz MLR – genannte Stadtliga wird ein fester Spielplan und Spielregeln aufgestellt. Am 3. Juli findet schließlich das erste Match der neuen Liga statt: die schwarze Legion schlägt die Roten mit 10:6. Der Freitagabend etabliert sich als der Termin für Stadtligaspiele und erfreut sich unter den Feierabendsportlern immer größerer Beliebtheit.

Außerhalb der Stadtgrenzen versuchen die Crazy Bones ihr Können auf Slowpitch Turnieren unter Beweis zu stellen. Beim ersten Start beim Gröbenzeller Field of Dreams-Turnier wird der sechste von zehn Plätzen erreicht. Die Atmosphäre während der zweitägigen Veranstaltung ist geprägt von einer Mischung aus sportlichem Wettkampf und After Game Party unter Gleichgesinnten. Da neben klassischen BBQ-Teams auch Turniermannschaften antreten, die bundesweit und auch international spielen, bekommt man einen Eindruck davon, auf welch hohem Niveau Slowpitch gespielt werden kann. Davon angespornt wird eine bayernweite, jährliche Turnierteilnahme zum festen Bestandteil in der Saisonplanung. Zu diesen Turnieren zählt der Buttermaker Cup in Freising, der Midnight Ball in Schwaig, die Closer Challenge in Rosenheim, der RadioActive Cup in Garching und der Dragons Ball in Deggendorf.

Weitere Termine in 2011 sind die Freundschaftsspiele: Auswärts gegen die Fürth Pirates, die zum ersten Mal besiegt werden können, und zuhause gegen die Bandits aus Linz und die Racoons aus Eggenfelden. Nach dem sportlichen Wettstreit werden in mittlerweile guter Tradition beim gemeinsamen Grillen Freundschaften gepflegt und vertieft.

Die erste Stadtliga-Meisterschaft wird am Finaltag Anfang Oktober entschieden. Spielort ist der Ersatzplatz an der David-Funk-Straße, der sogenannten Kalk-Arena. Im letzten Spiel steht es nach den regulären 7 Innings unentschieden – es beginnt bereits zu Dämmern. So wird der Tie-Breaker im Halbdunkel gespielt. Die Gallier schaffen es im Nachschlagen den gewinnbringenden Runner über die Platte zu bringen und sicheren sich den ersten Titel.
 

2012

Für die nachfolgende Saison 2012 melden sich zwei zusätzliche Teams an: beim Sponsor Continental finden sich einige Softball-Interessierte zusammen, die bereits durch frühere Teilnahmen am Business-BBQ-Cup Blut geleckt haben. Somit sind die Conti Home Run Heroes die erste Firmenmannschaft, die als Betriebssportgruppe an der Stadtliga teilnimmt. Auch die Crazy Bones sind durch stetigen Zulauf an Spielern in der Lage, ein viertes Team zu gründen und für den Stadtligabetrieb zu melden: die Green Warriors. Was die Benennung der Crazy Bones Teams angeht, entschied man sich die Farbenlehre zwar beizubehalten, sie allerdings um markantere Namen zu erweitern. So werden die blau, schwarze und rote Legion umbenannt in Blue Bones, Black Devils und Red Spartans, wodurch den Stadtligateams der Crazy Bones mehr eigene Identität gegeben wird.

Die Stadtligasaison erstreckt sich mittlerweile über 30 Spiele im Round Robin Modus von April bis Oktober. Nach dem letzten Spiel stehen drei Teams mit jeweils 7 Wins und 3 Losses auf den oberen Rängen. Über die bessere Run-Statistik können sich die Gallier abermals den Meistertitel sichern. Es etabliert sich der große Finaltag Anfang Oktober als sportlicher Abschluss der Saison, der den Namen Super-Saturday bekommt. Erwähnenswert in diesem Jahr war auch die Einführung eines vereinfachten Scoring-Systems, das es den Funballern erlaubt, Spieler- und Teamstatistiken zu erstellen. So wird 2012 auch die Vergabe von Individual Awards eingeführt.

In Bezug auf die Turnieraktivitäten der Crazy Bones ist der erste Turniersieg zu verzeichnen. Bei der Closer Challenge in Rosenheim können sich die Regensburger im Finale gegen die Erzfreunde aus Fürth knapp durchsetzen, und ein weiterer Meilenstein ist gesetzt.
 

2013

2013 ist das Betriebssport-Team der Contis so stark angewachsen, dass sie sich in zwei Teams aufteilen und umbenennen. Mit den Conti Tigers und den Conti Lions sind also nun insgesamt sieben Teams am Start der neuen Stadtligasaison. Erstmals wird die Meisterschaft in einem neuen Modus mit Playoffs und mit einem echten Finale ausgetragen. Hier können die Black Devils den Vorjahressieger Gallier bezwingen und sich erstmals in die Meisterliste eintragen.

In Punkto Uniform ist 2013 der Startschuss für Aufrüstungsaktionen auf allen Seiten. Zunächst verpassen sich die Crazy Bones ein neues Outfit, um auf den Turnieren nicht nur sportlich zu glänzen. In der Stadtliga folgt ein Team nach dem anderen, was dem Stellenwert der Liga auch nach außen hin Ausdruck verleiht.
 

2014

In 2014 übernimmt Björn Lippert die Leitung der Funballer. Die Elsendorf Scorpions werden mit dem Status einer Gastmannschaft als achtes Team in die Funball-Stadtliga aufgenommen. Dies ergibt sich aufgrund persönlicher Kontakte und durch die Personalnot der Elsendorfer beim Stellen vollständiger Mannschaften für den offiziellen Baseball-/Softball-Ligabetrieb. So nehmen die Elsendorfer Funballspieler die Fahrt nach Regensburg für die Freitagsspiele auf sich, um weiterhin den geliebten Sport betreiben zu können.

Im Finale kommt es zur Wiederauflage des Vorjahresvergleichs. Erneut können sich die Black Devils gegen die Gallier durchsetzen und bei der Anzahl der Meisterschaftssterne gleichziehen.

Es ist auch das Jahr des 5-jährigen Bestehens der Crazy Bones, was natürlich gebührend gefeiert wird. Zum Jubiläumsturnier werden die Steinkirchen Cobras und die Cadolzburg Bucks eingeladen. Letztere können als Turniersieger den Pokal mit nach Hause nehmen. Die Crazy Bones stellen zwei Turniermannschaften. Die anschließende Party mit Festzelt und Liveband war der Höhepunkt der Feierlichkeiten.
 

2015

2015 steht die Liga weiter im Zeichen des Wachstums. Mit dem Team Tickaroo kommt das neunte Mitglied an Bord. Die Mannschaft des gleichnamigen Sponsors rekrutiert sich komplett aus der eigenen Firmenbelegschaft und firmiert ebenfalls unter dem Dach des Fördervereins der Legionäre. Im letzten Spiel des Super-Saturdays stehen sich die Gallier und die Red Spartans gegenüber. Der Dauerfinalist kann sich souverän durchsetzen und sich die dritte Meisterschaft sichern.
 

2016

Martin Haushalter übernimmt das Amt des Headcoaches der Funballer. Nach zwei aktiven Jahren ziehen sich die Elsendorf Scorpions aus dem Stadtligageschehen zurück. Der Großteil der Spieler wechselt allerdings zu den Green Warriors und bleibt den Funballern erhalten. Den freigewordenen Startplatz füllen in 2016 die „Chiefs“ – das mittlerweile fünfte Stadtligateam der Crazy Bones. Mit erneut neun Mannschaften geht es also in die sechste Liga-Saison. 32 Spiele und 1034 Runs später stehen die Gallier erneut als Meister fest. In einem packenden Finale gegen die Red Spartans, in dem die Führung fünfmal wechselt, fällt die Entscheidung erst im siebten und letzten Inning.

Auf der Turnierebene sind die Crazy Bones in 2016 fünf Mal in Aktion. Dabei kann der zweite Turniersieg seit Bestehen der verrückten Knochen beim Dragons Ball in Deggendorf eingefahren werden. Außerdem wird in 2016 beschlossen, die aktiven Funballer der Legionäre vom Förderverein in den Hauptverein überzuführen. Dadurch sind ab 2017 alle aktiven Sportler der Legionäre im Hauptverein zu Hause.

Die Regensburger Funball-Stadtliga verzeichnet in der Saison 2016 140 aktive Spieler im Mixed Slowpitch Softball. In keiner anderen deutschen Stadt sind so viele Softballs nach Feierabend und am Wochenende auf dem Feld. Die Attraktivität zeigt sich auch in den langen Anfahrtswegen von über hundert Kilometern, die die Spieler teilweise auf sich nehmen. Der große Zulauf lässt sich vielleicht aus der Mischung erklären. Die Funballer bieten ein zu Hause für alle Altersgruppen. Feierabendsportler, Spielereltern, Quereinsteiger und Altprofis finden sich in ihren Reihen, und jeder, der mal mittrainieren will, ist herzlich willkommen.

Das typische Barbecue nach dem einen oder anderen Spiel ist für manchen ebenso Anreiz, wie der Wettkampf und die Jagd nach Hits. Die Funballer kämpfen um Runs und Outs und fachsimpeln anschließend bei Bier und Steak über das gelungene Play, den unerwarteten Homerun oder den siegbringenden Hit in einem engen Spiel. Der Neubau des Softballfeldes – der Platz 3 – in 2017 beseitigt die aktuelle Platznot und bietet auch den Funballern neue Perspektiven.

So dass es auch in Zukunft wieder heißen wird: Let’s play Funball.